Auswandererblog
Publiziert: 03.10.2017 / 10:46
Auswandererblog: Unabhängigkeit wird gross gefeiert

Zwei zusätzliche arbeitsfreie Tage wegen Nationalfeiern bescherten unserer Bloggerin ein verlängertes Wochenende. Am 14. und 15. September feiern die Nicaraguaner einerseits die Schlacht von San Jacinto und andererseits den Unabhängigkeitstag. Dadurch konnten sie und Sohn Dario bereits am Mittwoch auf die Familien-Finca fahren.

Die staatlichen Schulen feiern diese beiden Tage mit einem Festakt, an dem Schüler traditionelle Tänze aufführen oder nationale Lieder vortragen. Anschliessend findet immer ein fröhlicher Umzug statt. In diesem bilden Schüler Tanz- und Schlagzeuggruppen und ziehen spielend und tanzend durch die Strassen. Oft nehmen Vertreter verschiedener Schulen daran teil, jede mit ihrer eigenen Uniform. In Managua führen sogar die Musikgruppen der Armee und der Polizei eine spezielle Darbietung auf. Am zweiten Tag wird die Unabhängigkeitsurkunde festlich gelesen oder als Theater dargestellt.

Grund für diese Feierlichkeiten sind zwei wichtige Ereignisse in der Geschichte Nicaraguas. Am 15. September 1821 erreichte Nicaragua, damals noch zur Mittelamerikanische Gemeinschaft gehörend, die Unabhängigkeit von der spanischen Krone.

Es bildeteten sich später aber zwei politische Lager, die Liberalen aus Leon und die Konservativen aus Granada, die sich nicht einig wurden. Dies führte von der einen Seite zum Einbezug der nordamerikanischen Armee. Der Anführer dieser Armee hatte aber zum Ziel, Nicaragua an sich zu reissen und mit Nordamerika zu verlinken. Dagegen wollten sich die Nicaraguaner wehren. Dies führte am 14. September 1856 zur Schlacht bei der Hacienda San Jacinto, nördlich von Managua. Ausgerechnet ein Tag vor dem Datum des Unabhängigkeitstags.

Diese Schlacht ist deshalb in die Geschichte eingegangen, weil das nationale, kleine Heer, ausgerüstet mit alten Waffen, auf besondere Weise das übermächtige, gut bewaffnete nordamerikanischen Heer besiegte. Die Einheimischen, mit Hilfe anderer Mittelamerikanischen Ländern, lauerten dem feindlichen Heer versteckt in einer Hacienda auf. Als sich bereits eine Niederlage der Einheimischen anbahnte, und sie schon dem Aufgeben nahe waren, hatte jemand die geniale Idee, eine zwischen zwei Hügeln versteckte Pferdeherde frei zu lassen. Das donnernde Hufgetrappel der Pferde, das sich wie ein grosses Heer anhörte, schlug die amerikanische Soldaten panikartig in die Flucht.

An der Deutschen Schule haben wir diese beiden Ereignisse am Mittwoch Vormittag gefeiert. Viele Klassen führten einen Tanz auf oder sangen ein Lied, angefangen bei den Kleinsten bis zu den Grossen der 11. Klasse. Anschliessend representierten die einzelnen Klassen die verschiedenen Regionen von Nicaragua, indem sie an dekorierten Ständen typische Speisen der verschiedenen Regionen zum Probieren anboten.

Mirka Lötscher

Die Bloggerin

Mirka Lötscher ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Ihre Ausbildung als Ing. Agronomin führte sie zu einer Arbeitsstelle am Inforama Bern. Sie ist mit Jaime aus Nicaragua verheiratet. Er ist ebenfalls Agronom und für die ersten gemeinsamen Jahre in die Schweiz gekommen. Ende 2013 sind die beiden mit ihrem kleinen Sohn Dario nach Nicaragua ausgewandert, um die Finca von Jaimes Familie zu übernehmen. Seit einiger Zeit arbeitet Mirka Lötscher zusätzlich als Lehrerin an der deutschen Schule in Managua.

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BauZ 

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