Nordwestschweiz
Publiziert: 19.03.2017 / 17:26
BVD-Alarm betrifft im Moment nur Freiburg

Viele Rindviehhalter in der Nordwestschweiz sind wegen Bovine Virus-Diarrhoe beunruhigt. Die Kantonstierärzte entwarnen aber deutlich.

Die Bovine Virus-Diarrhoe (BVD) verunsichert. Insbesondere aufgrund der Meldungen über Kühe, die im Kanton Freiburg aus gesperrten Beständen an Ausstellungen aufgelaufen sind.

Wie die Recherche der BauernZeitung ergeben hat, ist der Kanton Freiburg derzeit auch am stärksten von BVD betroffen. Kantonstierarzt Grégoire Seitert teilt auf Anfrage mit, dass 27 Betriebe wegen BVD gesperrt sind und 35 Tiere einer Einzeltiersperre unterliegen.


Kein Grund zur Sorge


Die dadurch in anderen Kantonen ausgelöste Verunsicherung ist für die Kantonalen Veterinärämter zwar verständlich aber nicht angezeigt, wie es mehrfach heisst.

2014 war der letzte BVD-Fall im Kanton Baselland, wie Tobias Fink, stellvertretender Kantonstierarzt, auf Anfrage erklärt. Eine der Hauptaufgaben, die das Veterinäramt verfolge, ist, «dass wir diese Situation im Griff haben», so Fink.

Ähnlich tönt es auch im Kanton Solothurn. Otto Maissen, stellvertretender Kantonstierarzt, erklärt, dass ein stets wichtiger Aspekt in der Überwachung von BVD war, deren Intensität möglichst verhältnismässig zu halten, nicht zuletzt aus Kostengründen.  Dennoch wurden im Kanton Solothurn im letzten Jahr 32 Abklärungen zu BVD gemacht, heuer bereits deren 20. Das Resultat ist mehr als befriedigend, denn es musste in diesem Jahr bislang nur eine einzige Einzeltiersperre verfügt werden. 

«Gegenwärtig sind im Kanton Bern drei Betriebe wegen einer BVD-Neuansteckung gesperrt», erklärt Reto Wyss Bernischer Kantonstierarzt auf Anfrage der BauernZeitung. Bei fünf weiteren Betrieben bestehe der Verdacht auf eine Ansteckung. Die entsprechenden Untersuchungen seien am Laufen. Die Anzahl Neuinfektionen waren in den letzten drei Jahren im Kanton Bern auf sehr tiefem Niveau (2014: 5, 2015: 7, 2016: 3), wie Wyss erklärt.


Was kann Bauer tun?


«BVD ist nicht eine hochansteckende Tierseuche, und die Gefahr, BVD in den eigenen Bestand einzuschleppen, ist aktuell nicht höher als in den Vorjahren», erklärt Wyss auf die Frage, wie sich die Bauern im Moment aufgrund der Situation im Kanton Freiburg zu verhalten hätten. «Beim Kauf von Tieren ist strikte darauf zu achten, dass das entsprechende Begleitdokument vollständig ausgefüllt ist. Es lohnt sich allenfalls auch, auf der Tierverkehrsdatenbank zu überprüfen, ob der Herkunftsbestand BVD- Massnahmen unterworfen ist», rät Wyss.

sb

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