Ostschweiz
Publiziert: 10.07.2017 / 19:00
Getreide Züri Nord AG: Es begann mit einer Trocknungsstelle

Vor 50 Jahren wurde in Niederhasli die Getreidetrocknungsgesellschaft gegründet. Heute liegt die Kapazität bei 12'800 Tonnen.

 

 

 

Die Getreide Züri Nord AG (GZN) übernimmt heute an ihren beiden Standorten in Niederhasli und Steinmaur pro Jahr zwischen 20'000 und 30'000 Tonnen  Brot- und Futtergetreide sowie Ölsaaten. Von diesen Mengen dürften die Gründer anno 1967 nur geträumt haben, als sie die Gründung einer einfachen Gesellschaft «Getreidetrocknungsgesellschaft Niederhasli GTN» vollzogen haben. 

Rasches Wachstum

Der Volg und die verschiedenen landwirtschaftlichen Genossenschafter traten damals als Besitzer der notwendigen Immobilien und technischen Einrichtungen in Niederhasli auf. Noch im selben Jahr organisierten sich die Getreideproduzenten mit der Gründung der Genossenschaft Getreidesammelstelle Nieder-hasli (GGN), welche den Betrieb der Anlage beanspruchte. Damit aber überhaupt Getreide übernommen werden konnte, wurde im selben Jahr die erste Annahmestelle mit den notwendigen Einrichtungen realisiert. 

Rasch folgten weitere Ausbauschritte am Standort Niederhasli. Bereits nach sechs Jahren wurde der Lagerraum mit dem Bau eines Blechsilos erweitert. Im Jahr 1978 folgte der Bau eines Mischfutterwerks. 1985 wurde eine zweite Annahmestelle eingerichtet. 

Fusion mit Steinmaur

Der Umbruch in der Landwirtschaft und der damit verbundene Rückzug der Eidgenössischen Getreideverwaltung um das Jahr 2000 im Rahmen der Liberalisierung hinterliessen auch in Niederhasli ihre Spuren. 2001 wurden die beiden Gesellschaften in die Aktiengesellschaft  Getreidezentrum Niederhasli  AG überführt. 13 Jahre später folgte mit der Fusion der Mühle Steinmaur AG die Überführung in das heutige Unternehmen Züri Nord AG.  Aktionäre sind die Landis, die Fenaco und die Getreideproduzenten. 

480 Produzenten

Am Standort Niederhasli gibt es rund 140 Zellen  mit einem Fassungsvermögen von zehn bis 250 Tonnen. Die gesamte Lagerkapazität liegt bei 12 800 Tonnen. «Wir sind hier in der Lage, an beiden Gossen pro Stunde je 50 Tonnen Getreide anzunehmen», führte Geschäftsführer Walter Kipfer auf einem Rundgang durch die Gebäude aus. Zudem besteht hier die Möglichkeit für den Bahnverlad. In Steinmaur stehen weitere 100 Zellen  und ein Lagervolumen für 10 700 Tonnen.  

Heute ist die GZN ein Dienstleistungsbetrieb und verfügt über die Zertifikate Gute Sammelstellenpraxis  (GSP), IP-Suisse und Bio. Übernommenes Getreide wird wenn nötig getrocknet, gereinigt und gekühlt. Der Betrieb verfügt über eine Sortex-Anlage, mit der das Getreide mittels Farbausleser sogar noch sortiert werden kann. «Wir übernehmen aktuell von rund 480 Lieferanten aus dem ganzen Zürcher Unterland, ohne das Rafzerfeld, Getreide und Ölsaaten», so Kipfer. 

Diese 20'000 bis 25'000 t Brot- und Futtergetreide sowie Ölsaaten verteilen sich auf 40 verschiedene Produkte und Labels. Ein Grossteil des Brotgetreides geht an die Getreidemühle Swissmill. Das Futtergetreide wird an die Futtermühlen abgeliefert. Bei den Ölsaaten ist die Firma Florin in Muttenz  BL eine der wichtigsten Abnehmerinnen. 

Spannender Einblick

Am dreitägigen Jubiläumsfest hatten einerseits die Aktionäre und Kunden sowie Lieferanten und schliesslich am Samstag die Bevölkerung Gelegenheit, das für viele völlig unbekannte Innenleben des spannenden Betriebes in Niederhasli kennen zu lernen. Ergänzt wurde die Betriebsbesichtigung mit einer grossen Sonderschau über den inländischen Getreidebau und seine Bedeutung für die Ernährung. Für den täglichen Bedarf von rund 1300 t Brotgetreide oder 50 kg pro Kopf und Einwohner pro Jahr zu sichern, werden mindestens 390'000 t Getreide benötigt.

Roland Müller

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