Ostschweiz
Publiziert: 17.07.2017 / 19:51
Sägereibrand Merishausen: Brandursache geklärt

Am 8. Juli brannte in Merishausen, zehn Kilometer nördlich von Schaffhausen, eine Sägerei bis auf die Grundmauern ab. Gemäss Ermittlungen der Schaffhauser Polizei dürfte ein Funkenschlag auf Sägemehlrückständen, die sich auf dem Dach der Sägerei befunden hatten, den Brand verursacht haben.

Das Feuer brach am Samstagnachmittag in der Firma Tanner Holzbau und Sägerei aus. Innert kürzester Zeit stand das Gebäude lichterloh in Flammen. Funkenschlag und die Abwärme der brennenden Sägerei lösten im nahen Wald mehrere Schwelbrände aus. Über 100 Feuerwehrleute aus dem ganzen Kantonsgebiet und dem deutschen Blumberg standen im Einsatz.  Vier Helikopter unterstützten die Rettungskräfte beim Löschen der Waldbrände im steilen Gelände. Die Autostrasse A4 war während Stunden gesperrt.

Helikopter im Einsatz

Früh war klar, dass die Sägerei nicht mehr zu retten ist. Die Feuerwehr Bargen-Merishausen wurde vom Brand der Sägerei abgezogen, um den Waldbrand zu löschen. Sie gilt als ausgebildete Waldbrandeinheit. Weil das Gelände im Naturschutzgebiet schwer zugänglich war, wurde entschieden, zwei Superpuma-Helikopter der Armee aufzubieten. Mit Wasser aus dem Engeweiher bekämpften die Helikopter die Brände am Randenhang aus der Luft. Ein Helikopter der Zürcher Kantonspolizei koordinierte den Einsatz.

Dank eines Gewitters am frühen Abend gelang es, die Schwelbrände einzudämmen. Der Brand der Schreinerei war am Samstagabend unter Kontrolle. Die Löscharbeiten im Wald dauerten bis Sonntagabend um 18 Uhr an.

Alle Wasserreserven angezapft

Die grösste Schwierigkeit bei den Löscharbeiten war die Wasserverfügbarkeit. In Merishausen stammt das Trinkwasser vorwiegend aus Quell- und Grundwasser. Weil es seit Wochen nicht mehr geregnet hatte, waren diese Kapazitäten begrenzt. Die Bevölkerung wurde während des Brandes gebeten, möglichst kein Wasser zu brauchen. 

Für die Löscharbeiten wurde Wasser von überall zugeführt. Angezapft wurde die Wasserversorgung Reiat und ein Wasserreservoir der Stadt Schaffhausen. Für letzteres wurde eine rund vier Kilometer lange Leitung verlegt. Sogar die Badi in Merishausen sei ausgepumpt worden, wussten die «Schaffhauser Nachrichten» zu berichten. Zwischenzeitlich floss kein Wasser mehr aus den Hähnen der Merishauser Haushalte.

80 Fische verendet

Im Zuge der Löscharbeiten gelangte ein Teil des Löschwassers in die Durach. Das führte in der Nacht auf Sonntag, 9. Juli, zu einem Fischsterben. «Das Ausmass war aber gering», sagte der Schaffhauser Fischereiaufseher Patrick Wasem gegenüber dem lokalen Radiosender Radio Munot. 50 Forellen und 30 Groppen verendeten. Wegen der grossen Trockenheit hatte man eine Woche zuvor 250 Forellen und Groppen evakuiert. Die Fische wurden oberhalb von Merishausen, bei Bargen, ausgesetzt, wo es das ganze Jahr genügend Wasser gibt. 

Sachschaden von mehreren Millionen

Die Sägerei wurde beim Grossbrand komplett zerstört. Im Naturschutzgebiet «Gräte» sind zwei Hektaren Eichenwald abgebrannt. Woher die Funken kamen, die den Brand auf dem Sägereidach auslösten, sei unklar und auch schwierig herauszufinden, sagt die Kantonspolizei Schaffhausen. Beim Brand entstand Sachschaden in der Höhe von mehreren Millionen Franken. Personen wurden keine verletzt.

Stefanie Giger

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