Viehzucht
Publiziert: 18.03.2017 / 12:13
Swiss Expo kontert Tierschutz-Kritik

Der Schweizer Tierschutz (STS) kritisiert in einem Bericht die Swiss Expo 2017 in Lausanne. Deren Präsident Jacques Rey kontert.

Der Schweizer Tierschutz (STS) hat einen Bericht zur Swiss Expo 2017 in Lausanne verfasst. Das Papier, welches der BauernZeitung vorliegt, soll am Montag publiziert werden. Autorin ist STS-Tierärztin Julika Fitzi, die bereits 2016 mit Berichten von Spitzenschauen für Aufsehen und Medienkritik gesorgt hatte.

Zunächst rühmt Fitzi auf einigen Zeilen den Umgang mit den Tieren, sowie deren Haltung und Betreuung. Zudem sei gegenüber 2016 weniger laute Musik im Stylingbereich und ein Verzicht auf das Drehen am Schwanz in der Arena zu vermelden.

Darauf folgt eine knapp 20-seitige Auflistung u. a. folgender Kritikpunkte:

Totalrasur inkl. Tasthaare.

Hohe Anbindung der Kühe in den Fixierständen.

Punktueller Einsatz von Schwanzklammern.

Ausrasieren und Betonen des Rippenbogens.

Ganaschengriff in der Arena.

Versiegeln von Zitzen mit zu starkem Collodium (>8%).

Milchablassen und Anwendung starker grüner Salbe ohne tierärztliche Aufsicht.

Euterkühlung mit Kaltwasser.

Elsa (Euterchampionne Espoirs Holstein) war überladen.

Jacques Rey nimmt Stellung

SwissExpo-Präsident Jacques Rey kontert die Kritik Punkt für Punkt: Die Rasur werde auch im Normalbetrieb oft angewendet, Schwanzklammern benützten höchstens 10 von 200 Clippern in Lausanne, ausrasierte Rippenbögen würden mit Babycrème und nicht mit Nagellack glänzend gemacht, der Ganaschengriff diene nicht zum Disziplinieren der Kuh, sondern zum Spannen der Haut, den Gehalt des Collodiums könne man nicht flächendeckend kontrollieren, es sei nicht möglich, jedem Züchter einen Tierarzt zur Seite zu stellen, starke grüne Salbe sei eine Salbe wie jede andere auch und die Euterkühlung eine Ausnahme. Elsa habe er im Heimbetrieb in Italien besucht. Das Euter dieser Kuh «mit enormem Potenzial» sehe auch im Stall so aus, so Rey. 

Markus Gerber, Vorstand der Arbeitsgruppe Schweizerischer Rinderzüchter (ASR) sagt, dass die Swiss Expo aus seiner Sicht das neue ASR-Reglement gut eingehalten habe. Ein definitives Urteil wollen man aber erst auf Basis der im Juli erwarteten Studienergebnisse von Adrian Steiner, Vetsuisse Bern, fällen.

Adrian Krebs

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1 Kommentar
david - 19.03.2017 17:36:00
ja die supper viehzüchter trifft ja sicher keine schuld. Sie kommen alle noch auf die wrlt wen es zu spät ist. warum kann man die kühe nicht einfach 12h bevor sie in ring müssen melken? so schwirig?

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