Viehzucht
Publiziert: 29.09.2017 / 11:53
Video: Fleischrassen-Stiere sind teuer

Ein knappes Angebot, gute Rindfleischpreise und die gute Qualität der Stiere befeuerten die Auktion in der Vianco-Arena in Brunegg AG.

Die Rindviehhalter setzen je länger je mehr auf  Fleischrassen, und die seit längerer Zeit sehr guten Fleischpreise wecken Hoffnung auf ein rentables Rindfleischgeschäft. So ist es kein Wunder, dass die Preise der Fleischrassen-Stiere an Auktionen förmlich explodieren.  

Angus im Schnitt Fr. 5827 

Am Mittwochabend dieser Woche waren alle Sitzplätze am Stierenmarkt für Fleischrinderrassen besetzt, dazu standen kaufwillige Bauern neben der Tribüne. Nebenan sassen Bauernfamilien an den Tischen und gönnten sich das Spektakel der Versteigerung bei einem  Nachtessen. 

Gleich der erste aufgeführte Stier, der 94-punktige Angus-Elitestier Neuegg-Quinn vom Züchter Ueli Held aus Sumiswald BE erzielt 6200 Franken. Kein Wunder, war er doch vor der Auktion zum Champion der Angus gewählt worden von Richter Hans Schild aus Brienzwiler BE. Die 11 Angus-Stiere finden alle einen Käufer zu einem Durchschnittspreis von  5827 Franken. Teuerster Angus des Abends ist der Stier BPE-Diego vom Züchter Herbert Pfister aus Effingen AG. Der mit 93 Punkten beurteilte knapp 14 Monate alte, 126 Zentimeter grosse Stier wird für 8700 Franken von Swissgenetics gekauft. 

Der billigste Angus-Stier findet für 4200 Franken einen Käufer. Der 13 Monate alte, 491 kg schwere Zuchtstier  ist mit 86 Punkten in der Synthese beurteilt und ist garantiert sein Geld wert. 

Von den 12 aufgeführten Simmentaler-Stieren finden bis auf einen alle einen Käufer. Der Simmental-Durchschnittspreis liegt am Ende des Abends bei  5109 Franken. Der teuerste Simmental des Abends heisst Hospice-Ramses vom Züchter Jakob und Sabine Fritz-Deppeler aus Le Cerneux-Veusil BE. Hospice-Ramses ist 13 Monate alt und  mit 91-Synthese-Punkten beurteilt. Der  Stier wiegt beachtliche 615 Kilo und misst 130 Zentimeter am Widerrist. Er findet einen neuen Besitzer für 5800 Franken.  Der Champion des Abends bei den Simmental heisst M-Hereo von Witzwil. Der 93-Punkte-Elite-Stier gilt 5200 Franken. 

Kauflust hält bis zum Ende

Für einmal liegen an diesem Abend  die Durchschnittspreise der Limousin mit 5764 Franken um 63 Franken tiefer  als die der  Angus. Meistens gelten die  schwereren Limousin-Stiere  an Auktionen mehr als die leichteren Angus. Aufgeführt werden 23 Limousin-Stiere von ausgezeichneter Qualität, wovon bis auf einen alle einen Käufer finden. Der am selben Abend Champion gewählte Limousinstier E/ACS-ALF vom Züchter Elias Casanova aus Siat GR gilt 6100 Franken. Der 14-monatige und mit 94 Punkten beurteilte Stier ist damit sicher nicht überbezahlt. Der teuerste Limousin-Stier des Abends ist wieder einmal mehr ein Stier der Züchter Franz und Anita Burri-Meier aus Dagmersellen LU.  Der Vize-Champion bei den  Limousin, Virtus vom Züchter Sepp Haas aus Ohmstahl LU gilt 5700 Franken. Die Kauflust ist gross an diesem Abend, denn fast am Ende der Auktion gilt der Limousin-Stier Ingo vom Züchter André Birrer aus Hofstatt LU 7700 Franken. Der knapp 17 Monate alte, mit 129 Zentimetern mittelgrosse  Stier gefällt durch seine Ausgeglichenheit. 

Urs Jacquemet von der Vianco ist Auktionator und freut sich sichtlich über den guten Verlauf. Nach der Auktion kommentiert er die Auktion wie folgt:

Angebot: Das Angebot sei mit nur 46 Stieren nicht allzu gross gewesen bei einer ausgezeichneten Qualität der aufgeführten Stiere.

Preise: Für den Auktionator ist der Durchschnittspreis von 5567 Franken angesichts der «Super-Qualität» gerechtfertigt.

Swissgenetics: Dass die Swissgenetics an der Auktion einen Angus-, zwei Limousin- und einen Simmental-Stier gekauft habe, habe den Bieter-Wettbewerb animiert. 

Rindfleischpreise: Die sehr guten Rindfleischpreise befeuerten die Auktion, gälten doch abgehenden Zuchtstiere zum Schlachten zwischen 4000 und 5000 Franken. Hans Rüssli

Hans Rüssli

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