Ostschweiz
Publiziert: 16.08.2017 / 13:15
Hefenhofen: Regierung räumt Fehler ein

Die Thurgauer Regierung räumt Fehler im Umgang mit dem mutmasslichen Tierquäler von Hefenhofen ein. Weitere Fälle mit Tierhalteverbot sollen geprüft werden. Dies hat der Regierungsrat am Mittwoch im Thurgauer Kantonsparlament gesagt.

Der zuständige Regierungsrat, Walter Schönholzer, dankte der Frau, welche die schrecklichen Zustände auf dem Hof dokumentiert hatte und den Pferdehalter in Hefenhofen Ende Juli anzeigte. "Ein solcher Fall darf sich nicht wiederholen", sagte Schönholzer.

Es sei die Aufgabe des Kantons, die Vorkommnisse in diesem extremen Fall schonungslos und systematisch zu analysieren. "Dies schulden wir den toten und misshandelten Pferden", sagte Schönholzer. Allfällige Vollzugsmängel müssten korrigiert werden.

Am Donnerstag will der Regierungsrat die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats informieren, wie er zu Beginn der Grossratssitzung in Frauenfeld sagte.

sda

Videobericht der beschlagnahmten Pferde

Fehler im Umgang mit mutmasslichem Tierquäler von Hefenhofen

Die Thurgauer Regierung räumt Fehler im Umgang mit dem mutmasslichen Tierquäler von Hefenhofen ein. Laut "Blick" hält auch ein Bauer in Bussnang trotz Tierhalteverbots Kühe unter miserablen Bedingungen. Einzelheiten dazu gab der Kanton vorerst nicht bekannt.

Wie der "Blick" berichtete, erliessen die Thurgauer Behörden gegen den betroffenen Bauern im Weiler Reuti bei Bussnang schon 2010 ein Tierhalteverbot, nachdem der Thurgauer Tierschutzverband eine Anzeige eingereicht hatte. Trotzdem soll der Bauer noch immer rund 60 Kühe unter fragwürdigen Bedingungen halten.

Nun will der zuständige Regierungsrat Walter Schönholzer Licht in den Umgang der Thurgauer Behörden mit diesem Fall und weiteren Tierschutzfällen bringen, wie er am Mittwochvormittag vor Journalisten versprach. Weitere Fragen zum Fall von Bussnang will die Staatskanzlei am Mittwochnachmittag schriftlich beantworten.

Wie viele Tierhalteverbote insgesamt im Thurgau bestehen, konnte Schönholzer nicht sagen. Das müsse die am Dienstag eingesetzte externe Untersuchungskommission beantworten. Deren personelle Besetzung sei noch offen. Involviert werden sollen Tierärzte, Vollzugspersonen, Juristen, Tierschützer und Vertreter der Landwirtschaft. Bis spätestens Ende Jahr solle ein erster Bericht mit Massnahmen zuhanden des Regierungsrats vorliegen, sagte Schönholzer.

Mängel korrigieren

Schönholzer und Regierungspräsidentin Carmen Haag wiederholten vor den Medien, was sie bereits am Morgen im Kantonsparlament gesagt hatten. Ein Fall wie in Hefenhofen dürfe sich nicht wiederholen, sagte Schönholzer.

Die Regierung bedaure diesen "extremen" Fall und werde mit Hilfe der Untersuchungskommission die Vorkommnisse schonungslos und systematisch analysieren. Allfällige Vollzugsmängel müssten korrigiert werden.

Schönholzer dankte zudem der "mutigen" Frau, welche Zivilcourage gezeigt und die schrecklichen Zustände auf dem Hof in Hefenhofen dokumentiert hatte. Die Frau, die anonym bleiben will, hatte den Pferdehalter Ende Juli angezeigt. Die Thurgauer Regierung sei Anfang August über den Fall informiert worden, sagte Haag.

Anlässlich der Parlamentsdebatte demonstrierten erneut rund 30-40 Tierschützer in Frauenfeld. Sie kritisierten die Verantwortlichen.

sda

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