Es gibt sie in jedem Haushalt: Foulards und Nicki-Tücher, die sich nach einmaligem Tragen ungenutzt in Schubladen stapeln. Etwa das Souvenir von der letzten Ferienreise, das Überbleibsel vom Auftritt des Turnvereins oder der farblich passende Spontankauf zum inzwischen fleckigen Pullover, der nicht mehr sauber wird. Diese Weihnachten könnten die vergessen Tücher nochmals einen grossen Auftritt haben – als überraschende Geschenkverpackungen.

Traditionelles Vorbild aus Japan

Das Vorbild dafür sind die traditionellen japanischen Furoshiki-Tücher. Schon vor etlichen hundert Jahren dienten sie in den öffentlichen japanischen Badehäusern zum Verpacken der Kleidung, während man im Wasser war. Daher bedeutet der Name frei übersetzt auch «Badetuch».

Mit dem Aufkommen der Plastiktüten geriet die Tradition mehr und mehr in Vergessenheit. Doch der Trend zu mehr Nachhaltigkeit und «Zero-Waste» – null Abfall, verhalf auch den Furoshiki-Tüchern zum Revival, inklusive neuer Designs. Sogar das japanische Umweltministerium hat inzwischen eine Faltanleitung ins Netz gestellt.

Typische Furoshiki-Tücher sind in der Regel quadratisch. Inzwischen können sie auch in der Schweiz gekauft werden. Traditionell bestehen Furoshiki-Tücher aus so genanntem «Chirimen-Stoff». Darunter versteht man eine Art Seidenkrepp, der in einer speziellen Webtechnik gefertigt wird.

«Sao Tsutsumi» heisst diese Furoshiki-Einwickel-Technik. Den überstehenden Stoff auf den schmalen Seiten auf der Unterseite des Geschenks überkreuzen, über die Längsseiten auf die Oberseite führen und dekorativ verknoten.
«Sao Tsutsumi» heisst diese Furoshiki-Einwickel-Technik. Den überstehenden Stoff auf den schmalen Seiten auf der Unterseite des Geschenks überkreuzen, über die Längsseiten auf die Oberseite führen und dekorativ verknoten.  (Bild: Bilder Cornelia von Däniken, Grafiken Doris Rubin)

Ein geeignetes Tuch auswählen

Zum Verpacken eignen sich jedoch auch Baumwoll- oder Leinentücher, Reststoffe von Nähprojekten, Stofftaschentücher, Stoffservietten oder nostalgische Seidentücher. Für grosse Geschenke darf es auch mal eine Tischdecke sein. Im Idealfall kann der Verpackungsstoff vom Beschenkten weiter verwendet werden.

Wichtig ist, dass das Tuch nicht zu dick ist, sodass man es noch falten und verknoten kann. Klar sollte auch sein, dass der Stoff sauber und möglichst knitterfrei ist. Reizvolle Effekte lassen sich erzielen, wenn zwei unterschiedlich gemusterte Tücher zusammengenäht werden.

Für einzelne Weinflaschen: «Bin Tsutsumi 1». Zwei gegenüberliegende Stoff-Ecken über dem Verschluss verknoten. Mit etwas Abstand die Zipfel nochmals verknoten, so dass ein «Henkel» entsteht. Die anderen Stoffecken über Kreuz um die Flasche wickeln und verknoten.
Für einzelne Weinflaschen: «Bin Tsutsumi 1». Zwei gegenüberliegende Stoff-Ecken über dem Verschluss verknoten. Mit etwas Abstand die Zipfel nochmals verknoten, so dass ein «Henkel» entsteht. Die anderen Stoffecken über Kreuz um die Flasche wickeln und verknoten.  (Bild: Bilder Cornelia von Däniken, Grafiken Doris Rubin)

Viele Möglichkeiten

Drei einfache Verpackungsmöglichkeiten stellen wir in der Bildstrecke vor. Im Internet findet sich eine ganze Reihe von weiteren Anleitungen, wie Waren im Furoshiki-Style verpackt werden können: vom Kilo Äpfel, die man auf dem Markt gekauft hat, über die Weinflasche für den Chef oder eben die Badesachen.

 (Bild: (Grafiken: Doris Rubin, Bilder: Cornelia von Däniken))