Mit «Nice to Save Food» möchte Coop den Food-Waste reduzieren
Lebensmittel, die früher als Tierfutter oder Biogas endeten, kommen neu ins Regal: Coop lanciert mit «Nice to Save Food» eine Marke, die Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie in den Verkauf bringt. Darunter eine Schokolade aus Produktionsresten und Soja-Okara mit hohem Nahrungsfasergehalt.
So sehen Haferkleie (Mitte) und Buttermilch (rechts) in Zukunft mit neuer Verpackung aus. Das neue, einheitliche Design soll dem Kunden aufzeigen, dass er hier ein «Nebenprodukt» der Lebensmittelherstellung kauft. (Bild: Viktor Dubský)
Die neuen Produkte der «Nice to save food» Linie von Coop. (Bild: Coop)
«Nice to Save Food», heisst die neue Nachhaltigkeits-Eigenmarke, die Coop im Rahmen einer am 28. Februar 2025 durchgeführten Medienkonferenz präsentierte. Vorgestellt wurde die neue Marke von Andrea Kramer, Leiterin Direktion Marketing/Beschaffung sowie von Simone Jones, Leiterin Food Solutions bei der Coop Division «Betty Bossi».
Simone Jones (links), Leiterin Food Solutions bei der Coop Division «Betty Bossi» und Andrea Kramer (rechts), Leiterin Direktion Marketing/Beschaffung stellten die neue Eigenmarke von Coop «Nice to save Food» am 28. Februar an einer Medieninformation vor. (Bild: Coop)
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Bereits bekannte Produkte neu verpackt
Mit «Nice to save Food» vermarktet Coop in Zukunft Produkte, die als Nebenprodukte in der Lebensmittelherstellung anfallen.
2.8 Millionen Tonnen Food Waste fallen jährlich in der Schweiz an, davon 963000 Tonnen in der Verarbeitung. Hier setzt Coop mit seinem Label «Nice to save Food» an. (Bild: Viktor Dubský)
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Unter dem Schirm von «Nice to save Food» findet man einerseits künftig Lebensmittel, die es heute schon im Laden zu kaufen gibt. Dazu gehören etwa Buttermilch und Haferkleie.
So stehen die Haferkleie heute im Supermarkt-Regal. (Bild: Viktor Dubský)
So verkauft heute Coop die Buttermilch im Supermarktregal. (Bild: Viktor Dubský)
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Bei diesen Produkten wechselt also die Verpackung, die Idee von Coop dahinter: Der Konsument soll sich bewusst werden, dass er mit seinem Kauf einen Beitrag zur Vermeidung von Food Waste leistet, indem er oder sie ein «klassisches» Nebenprodukt der Lebensmittelindustrie kauft.
Neue Produkte aus der Lebensmittelherstellung
Andererseits findet man unter «Nice to save Food» auch neue Lebensmittel, die nun statt ins Tierfutter oder in die Biogasanlage, ins Supermarkt-Regal wandern.
Darunter fällt zum Beispiel das Soja-Nebenprodukt Okara. Es entsteht bei der Herstellung von Sojadrinks und Tofu und besteht aus dem Rest der eingeweichten, gekochten, zerkleinerten und abgepressten Sojabohnen – ein Produkt mit 22g Nahrungsfasern pro 100g.
Zum kochen und backen: das neue Produkt Okara - ein Nebenprodukt, das bei der Sojadrink und Tofuproduktion anfällt. (Bild: Viktor Dubský)
Auf der Rückseite erklärt Coop dem Kunden, woher das Okara stammt und liefert gleich auch Rezeptideen, wie man das Okara in der Küche einsetzen kann. (Bild: Viktor Dubský)
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Die neue Fusions-Schokolade
Ein weiteres neues Produkt ist die «Milky&Dark Fusion»-Schokolade. Sie wird aus Nebenprodukten der Schokoladenindustrie hergestellt, die bei einem Produktwechsel auf der Produktionslinie anfielen.
Konkret heisst das, wenn die Coop-Haus-Schoggifabrik Halba auf einer Produktionslinie Milchschokolade produziert und dann im laufenden Betrieb auf dunkle Schokolade wechselte, entsteht eine gewisse Menge an Misch-Schoko-Melange.
Diese Misch-Schoggi wanderte bisher in die Tierfütterung, neu gibt es die 100g-Tafel unter der «Nice to save Food»-Marke in den Supermärkten für 1.20 Franken zu kaufen.
So sieht die neue «Milky & Dark» Fusion Schokolade aus. Ab Mai steht sie in den Coop Supermärkten im Regal. Die 100g-Tafel kostet 1.20 Franken. (Bild: Viktor Dubský)
Und das ist in der neuen Schokolade drin. Auffallend der hohe Kakaogehalt von 45% und der zur Süssung verwendete Ahornzucker, sowie das Süssungsmittel E965 (Maltit) (Bild: Viktor Dubský)
Im Inneren der Verpackung erklärt Coop, was es mit der neuen Schokolade auf sich hat. (Bild: Viktor Dubský)
Und so sieht die neue Schokolade aus. Ein Testbiss zeigt, sie schmeckt wegen des höheren Kakaogehalts im Vergleich zu einer Milchschokolade etwas bitterer. Wer es etwas bitterer mag, kommt auf seine Kosten. (Bild: Viktor Dubský)
Vergleich Milchschokolade der Coop-Eigenmarke Alba. Hier kostet die Tafel 1.95 Franken. (Bild: Viktor Dubský)
Der Gesamtkakaogehalt ist bei der Milchschokolade mit 32% geringer als bei der Milky&Dark Fusion. Gesüsst wird hier mit Fairtrade-Zucker. (Bild: Viktor Dubský)
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Betty Bossi liefert die Rezepte
«Es geht darum, die Nebenströme besser zu verwenden und die Kreisläufe besser zu schliessen», sagte Andrea Kramer zu den Hauptzielen der neuen Marke «Nice to save Food». Für die Lancierung arbeitet man mit den Fachexperten von «Betty Bossi» zusammen. Sie begleiten die Lancierung der Produktlinie mit entsprechenden Rezeptvorschlägen.
Betty Bossi liefert die Rezeptideen für das neue Produkt «Okara». (Bild: Viktor Dubský)
Mit Rezeptideen möchte man dem Kunden zeigen, wie er das «Okara» zubereiten könnte. (Bild: Viktor Dubský)
An der Medieninformation zeigten die Köchinnen und Köche von Betty Bossi wie man die Produkte der neuen «Nice to save food» Marke zubereiten kann. (Bild: Viktor Dubský)
Das fertige Produkt: Ein Pfannkuchen mit Buttermilch. (Bild: Viktor Dubský)
Das fertige Produkt: Früchtebrötchen mit Okara-Mehl. (Bild: Viktor Dubský)
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Diesen Frühling erscheint die neue Marke in den Coop-Supermärkten. Vorläufig werde Coop, je nach Produkt, 500 bis 600 Filialen beliefern.