Wer bei der Schlachtschweineabrechnung im neutralen oder gar im Zuschlagsbereich landen will, muss einen Magerfleischanteil (MFA) von 54 bis 60,4 Prozent, respektive 55,5 bis 59,4 Prozent erreichen. Bei der Betrachtung des Bezahlsystems wird rasch klar, dass Schweine mit einem tiefen MFA stärker abgestraft werden als zu magere Sauen. Der Magerfleischanteil ist in den letzten Jahren tendenziell eher gesunken, sprich die Schweine setzten im Verhältnis mehr Fett und weniger Fleisch an.
Passt die Fütterung zur Rasse?
Wer also die Genetik umstellt, muss sich auch überlegen, ob die Fütterung und das Fütterungssystem noch zur Rasse passen. So besteht die Gefahr, dass bei einer ad-libitum-Fütterung besonders die Kastraten zwar sehr hohe Zunahmen erreichen, aber dabei auch einen Luxuskonsum an den Tag legen und besonders gegen Ende der Mast viel Fett ansetzen. Dieser Fettansatz ist nicht effizient, da für den Fettaufbau viel Futter benötigt wird – die Futterverwertung lässt bei solchen Tieren also oft zu wünschen übrig.
Durch eine rationierte oder energiereduzierte Fütterung gegen Ende der Mast kann hier eine Verbesserung erreicht werden. Da das Problem mit tiefen MFA-Werten eher bei den Kastraten auftritt, würde eine geschlechtergetrennte Mast erforderlich, was wiederum nicht auf jedem Betrieb umsetzbar ist. Mit dem idealen Schlachtzeitpunkt kann der MFA weiter in den grünen Zuschlagsbereich gebracht werden: So sollten Kastraten früher bzw. leichter geschlachtet werden als weibliche Tiere.
Jahreszeit spielt eine Rolle
Nebst dem Geschlecht und der Rasse der Schweine gibt es auch Faktoren, die nicht beeinflusst werden können. So beispielsweise die Jahreszeit. Da die Schweine in der kalten Jahreszeit mehr Energie für den Erhaltungsbedarf benötigen, können sie weniger Fettreserven ansetzen und dadurch resultieren höhere MFA-Werte im Schlachthof. In den Sommermonaten ist es oft gerade umgekehrt – ausser es herrscht extremer Hitzestress und die Schweine nehmen deutlich weniger Futter auf.