«Im Moment ist es trostlos», sagt Lohnunternehmer Matthias Schwab aus Gals BE. «Wir haben viele Aufträge, aber können im Moment nichts machen.» Schlimmere Seen auf Feldern seien im Seeland den ganzen Winter nicht verschwunden. «Jeden Bewirtschaftungsfehler vom letzten Spätherbst sieht man jetzt.»

Besonders viel Wasser liegt auf Feldern, wo zuletzt Karotten wuchsen. Wegen der späten Ernte letzten Herbst sei es manchmal schon zu nass oder zu spät gewesen für eine Gründüngung, sagt Schwab.  «Die Bodenbedeckung aufrecht zu erhalten, wäre schon wichtig, sonst knallt der Regen ungebremst auf den blutten Boden.»

Toter Biber in Drainage

Die Wasserproblematik hat noch einen weiteren Aspekt: «Die Drainagen kommen langsam ins Alter», so der Lohnunternehmer, der sich neben den Bereichen Kartoffelbau und Saat auf Drainage-Arbeiten spezialisiert hat: Spülarbeiten, Schlitzdrainage, Leitungsbau. Wenn ein See nicht weggeht, sei womöglich die Drainage verstopft. Gefunden hat Matthias Schwab schon Wurzeln, aber auch tote Biber. Aktuell gäbe es nur eine Möglichkeit: Warten, bis die Seen weg sind.

«Wir sollten langsam reinfahren können», sagt Lohnunternehmer Hans-Rudolf Rohrbach aus Ostermundigen BE. Wegen der in der Region üblichen Kiesböden sei die Situation wohl aber weniger schlimm als im Seeland. «Vor allem dort, wo die Rübenmaus im Herbst aufgeladen hat, liegt Wasser», erzählt er.

«Nüsslisalat ertrinkt»

Auch in der Ostschweiz seien die Felder und Wiesen nass, ­bestätigt Urs Müller vom Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg auf Anfrage der BauernZeitung. «Heute hat mir jemand gesagt, sein Nüsslisalat ertrinke», so der Leiter Obst, Gemüse, Beeren. Bei den Ackerkulturen sei ins Feld fahren momentan unmöglich.

Im Obstbau sollten die Produzenten langsam die erste Behandlung machen können. «Man kann schon fahren, aber ersäuft fast. Es ist schlecht, wenn es bei der ersten Spritzung solche Geleise gibt.»

Ab Samstag wieder fahren

Besser sieht es in der Zentralschweiz aus. «Bei uns ist es nass, aber nicht extrem nass», sagt Lohnunternehmer Christoph Hofstetter aus Grosswangen LU. Er geht davon aus, dass er ab Samstag wieder Aufträge ausführen kann. Das Ausbringen der Gülle habe sich vor dem Regen auch verzögert, weil die laut kantonalen Vorgaben geforderte Durchschnittstemperatur nicht erreicht worden sei. Damals ­wären die Voraussetzungen ideal gewesen. «Nun fahren dann alle, wenn es nass ist und die Bedingungen schlechter sind», sagt er.

Brunnen führen wieder Wasser

Der viele Regen hat einen Vorteil. «Ich habe Kunden, deren Brunnen drei Jahre kein Wasser mehr führten», erzählt Matthias Schwab. «Nun plötzlich fliesst es wieder.»

 

Nasser Februar

In der Schweiz (ausgenommen Alpensüdseite und Engadin) sorgten im Februar die regelmässigen Südwestströmungen mit ihren feuchtmilden atlantischen Luftmassen für reichlich Niederschlag.  Die Summen erreichten laut Klimabulletin von Meteo Schweiz verbreitet 150 bis 200%, regional auch 200 bis 250% der Norm 1981–2010. Gleichzeitig hatte die Vegetation aufgrund der Milde einen Monat Vorsprung.