Daniela hat den Traum gelebt, den sie schon als Kind hatte. Mit Tieren unterwegs sein. In den letzten 30 Jahren, so schätzt sie, ist sie mit ihren Maultieren 40 000 Kilometer gelaufen. Über die alten Säumerpässe zwischen der Schweiz und Italien, so wie früher, als es noch keine Autos und Strassen gab. «Ich bin die letzte Säumerin!»
Aufgewachsen ist sie in Basel, aber ihre Mutter hatte Pferde: Jacqueline, Figaro und Joshle. Jacqueline war das kleinste und ihr Lieblingspferd. Daniela muss 12 Jahre alt gewesen sein. Ein Jahrzehnt später würde sie auf einer Alp sein, mit 200 Schafen und 75 Ziegen, ohne Strom und Strasse. Und sie wusste, dass ein Leben in den Bergen das Richtige für sie war. Sie wanderte durch Spanien, Griechenland und Italien, fand aber ihr Zuhause unter einem Pass am Ende der Schweiz.
Warum Maultiere? «Weil sie bedächtig und vorsichtig sind. In schwierigen Situationen bleiben sie still und schauen. Sie haben drei Möglichkeiten. Erstens: Sie stellen fest, dass keine Gefahr besteht. Oder zweitens begegnen sie einer Gefahr, indem sie sich ihr stellen. Und drittens: Sie wissen, dass sie fliehen müssen, aber niemals in Panik.» Und so sind 30 Jahre mit Daniela und ihren Maultieren vergangen, ein vorsichtiger Schritt nach dem anderen.