Eine möglichst hohe Futterqualität ist der Grundbaustein für eine gesunde Herde mit guten Leistungen. Aber selbst eine hervorragende Futterqualität bringt nichts, wenn die Ware anschliessend unsachgemäss gelagert oder verfüttert wird.
Dies zeigt sich besonders bei der Silage. Je nach Lagerungsform sind unterschiedliche Silofräsen in Gebrauch und alle haben ihre Vor- und Nachteile.
Richtige Menge entnehmen
Hochsilos: Bei Hochsilos sind unter anderem Oberentnahmefräsen im Einsatz. Dazu gehören beispielsweise die Schnecken- und die Kettenfräse. Hier ist die abzutragende Futtermenge durch die Höhenverstellung der Schnecke, respektive der Kette, beeinflussbar. Die Vorrichtung erlaubt ein gründliches Abtragen und anschliessendes Walzen der Silage im Hochsilo. Unterentnahmefräsen bringen gemäss der Silo-Vereinigung hohe Abschreibungs- und Wartungskosten mit sich.
Die Entnahmeschicht von Grassilage im Hochsilo mittels Silofräse sollte im Winter 7 bis10 cm betragen, im Sommer mindestens 10 bis 20 cm. Bei Handentnahme sind grössere Schichten anzustreben.
Maissilage sollte täglich um mindestens 7 cm und während der Sommerfütterung um 15 cm abgetragen werden. Diese Anteile dürfen bei der Entnahme durch Silofräsen auch etwas geringer ausfallen, wie Experten raten.
Kostenabwägung machen
Die Nachteile eines Hochsilos, respektive der Entnahme mittels Siloentnahmefräse, zeichnen sich klar in den Kosten ab. Dies lässt sich einer Gegenüberstellung aller möglichen Silo-Lagerformen entnehmen, welche die Silo-Vereinigung publiziert hat. Demgegenüber stellt die Handentnahme eine günstige Methode dar, bedeutet aber eine hohe körperliche Belastung.
Flachsilos: Für die Entnahme der Silage bei Flachsilos gibt es bekanntlich verschiedene Arten von Fräswalzen. Dabei werden die Walzen entweder an die Front-, Rad- oder Teleskopladerschaufel montiert. So oder so – das Walzen ist im Flachsilo ein Muss, um Fehlgärungen vorzubeugen. Eine weitere Unterteilung lässt sich in der Höhenverstellung machen. Der Siloarm mit kombinierter Fräswalze und die Fräswalze mit Hubgerüst sind beides Vorrichtungen, welche es erlauben, auch hohe Fahrsilos abzubauen. Während der Winterperiode sollte der Vorschub im Flachsilo pro Woche 1 Meter betragen, im Sommer 1,5 Meter. Das Hubgerüst mit Fräswalze eignet sich für die Montage am Heck, der Siloarm für den Front- sowie für den Heckantrieb. Unabhängig vom gewählten System beeinflussen Kriterien wie
- die Art des zu lagernden Futtermittels,
- die Sicherheit bei der Bedienung,
- die Anwendbarkeit,
- die Investitions- und Wartungskosten,
- die Förder- und Motorenleistung,
- Lebensdauer der Vorrichtung,
- die Gewährleistung des Korrosionsschutzes,
- die vorausgesetzte Mechanisierung oder
- das Baumaterial
die Entscheidungsfindung.
Für die «all-in-one»-, also die «alles-in-einem»-Variante bietet sich beispielsweise eine Futtermittelschaufel oder eine Einfütterschaufel an. Mit der Futtermittelschaufel kann die Silage im Fahrsilo abgetragen und gleich in der Schaufel vermischt werden. Dies erübrigt den Transport des Futters in einen Futtermischwagen zur anschliessenden Verabreichung an das Rindvieh im Stall. Die Silage-Entnahme mit der Futtermittelschaufel integriert alle Arbeitsschritte im selben Gerät. Dafür sind auf der anderen Seite mehrere Wiederholungen nötig, da die jeweils abgetragene Silagemenge limitiert ist.
Kurzes Futter ist zentral
Allgemein gilt: «Für eine leichte Entnahme ist kurz geschnittenes und richtig verteiltes Futter nötig», wie dem Infoblatt der Silo-Vereinigung zu entnehmen ist. Dies bietet auch die besten Voraussetzungen für einen optimalen Gärverlauf.