Traditionsgemäss hält Bio Bern seine Hauptversammlung immer in einem anderen Teil des Kantons Bern ab. Am Mittwoch, 26. februar, fand diese nun im Emmental, genauer gesagt auf dem Berghof Stärnegg in Trubschachen, statt. Neben vielen Gästen folgten auch 53 Stimmberechtigte der Einladung. Mit rund 1220 Mitgliedern ist Bio Bern eine der grösseren Mitgliederorganisationen der Bio Suisse.

Während der Versammlung

An der diesjährigen Versammlung standen die Wahl eines neuen Präsidenten wie auch verschiedene Statutenänderungen im Mittelpunkt. Obwohl Beat Gerber aus Zollbrück erst während der Versammlung zum neuen Präsidenten gewählt wurde, leitete er diese schon von Anfang an. Der Grund ist, dass seine Vorgängerin Monika Sommer letzten September überraschenderweise ihren Rücktritt bekannt gab.

Bis zur Hauptversammlung nahm Beat Gerber das Amt des Präsidenten ad interim wahr. Einstimmig und mit grossem Applaus wurde Gerber von der Versammlung zum neuen Präsidenten gewählt. Gerber ist 48 Jahre alt, bewirtschaftet in Zollbrück einen 40 ha grossen Biobetrieb mit Milchkühen, Mutterkühen, Milchziegen, Pferden, Bienen, Ackerbau und Gewürzkräutern. Neu in den Vorstand wurde der Mann von Monika Sommer, Raphaël Sommer, gewählt. Das Vorstandsmitglied Reto Streit wurde für vier weitere Jahre bestätigt.

Mehr zu reden gab es beim Traktandum Statutenänderungen. Hier schlug der Vorstand der Versammlung vor, eine Amtszeitbeschränkung für die Delegierten, welche die Mitglieder von Bio Bern bei Bio Suisse an deren Delegiertenversammlung vertreten, einzuführen. «Damit die Mitglieder von Bio Bern genügend breit vertreten sind, erachten wir es als wichtig, dass es bei den Delegierten eine genügend grosse Durchmischung gibt», hält Beat Gerber fest.

Daher möchte der Vorstand eine Amtszeitbeschränkung von zwölf Jahren einführen. Zudem wurde vorgeschlagen, dass die Delegierten aktiv auf ihrem Betrieb sein müssen und das Pensionsalter nicht überschreiten dürfen. Wie hoch das Alter bei der Wahl sein soll wie auch die genaue Definition, was «aktiv auf dem Betrieb» heissen soll, müsse weiter abgeklärt werden. Diese Statutenänderung wurde daher auf die nächste Hauptversammlung verschoben.

Wurde angenommen

Hingegen wurde die Statutenanpassungen beim Spesenreglement gutgeheissen wie auch die Anpassung, die Amtszeitbeschränkung im Vorstand zu verlängern. Bisher galten hier acht Jahre für Vorstandsmitglieder und zwölf Jahre für das Präsidium (inkl. Vorstandszeit). Beschlossen wurden neu zwölf Jahre (Vorstandsmitglieder) und für das Präsidium oder Co-Präsidium total sechzehn Jahre (Vorstands- plus Präsidialzeit). Eine richtige «Chropfleerete» gab es am Schluss der Versammlung. Dass der Berner Bauernverband seinen «grossen Vorstand» auflösen will, kam bei vielen Bioproduzenten nicht gut an. Denn bisher waren sie dort mit einem Sitz vertreten. Bei einem Wegfall ist die Befürchtung gross, dass ihre Stimme im Berner Bauernverband nicht mehr gehört wird.

Bekamen ihr Fett weg

Auch Bio Suisse bekam an der Versammlung ihr Fett weg. Ein Produzent störte sich massiv daran, dass trotz Meldung des Betriebsleiterwechsels bei Bio Suisse lange nichts geschehen sei. «Die sind dort massiv überfordert», hielt er fest.

Auch Bioschweinezüchter Urs Rubi aus Uttigen liess an Bio Suisse kein gutes Haar. «Was sie sich dort erlauben, ist unterste Schublade», entnervte er sich. Es gehe nicht mehr lange, und der Bioschweinemarkt sei endgültig am Boden. «Ende 2024 gab es Marktentlastungsmassnahmen für Bioschweine, wer hat das bezahlt?», fragte Rubi. Auch dass in der EU schon die grösseren Vorschriften bei den Stallmassen in den Schweineställen herrschen als in der Schweiz, regte ihn masslos auf. «Der Grund, noch Bioschweinefleisch zu kaufen, wird immer kleiner, auch die IP-Produzenten haben bald die gleichen Anforderungen wie wir. Nur dass IP-Schweinefleisch halb so teuer ist, wie Bio», sagte Rubi.