1950 wurden im Thurgau erstmals Äpfel an den Schulen gratis verteilt, damals wegen einer Überproduktion und verteilt durch die Alkoholverwaltung. Seit 2001 gibt es die «Thurgauer Apfelwoche», koordiniert durch den Thurgauer Obstverband (TOV) und den Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL). Letzte Woche war es wieder so weit, rund zehn Tonnen Äpfel wurden zwischen dem 13. und 17. Februar 2023 in Schulen gratis abgegeben.
BauernZeitung: Ralph Gilg, wie viele Kinder erreicht der Thurgauer Obstverband mit der Thurgauer Apfelwoche?
Ralph Gilg: Wir erreichen in 60 bis 70 Schulgemeinden und 150 Einzelschulen über 10'000 Kinder. Genaue Zahlen haben wir aber nicht. Wir sprechen jeweils die Primarschulen und die angegliederten Kindergärten an. Die Kinder sind also in der Regel vier bis zwölf Jahre alt.
Gemäss Mitteilung des VTL wurden zehn Tonnen Äpfel verteilt. Wie ist diese Menge einzuordnen?
Wir konnten uns in den vergangenen Jahren immer etwas steigern. Die Aktion läuft sehr gut und kommt bei den Schulen auch gut an.
Woher kommen die Äpfel und wie werden diese verteilt?
Wir beziehen die Äpfel bei der Tobi Seeobst AG und verteilen sie mit Lieferbussen unserer Produzenten und Freiwilligen an die Schulen. Das ist jeweils eine logistische Herausforderung, da unsere Spediteure auch alle Einzelschulen anfahren müssen.
Welche Sorte ist die Beliebteste bei den Kindern?
Wir liefern Diwa, Kanzi und Gala aus. Eine eigentliche Umfrage haben wir nicht gemacht.
«Wir glauben, dass alle Sorten ihre Liebhaber(innen) finden.»
Ralph Gilg zu den Vorlieben bei den Apfelsorten
Viele Kinder schätzen es, dass sie zwischen den Sorten auswählen dürfen.
Es werden nicht nur Äpfel verteilt, sondern auch die Zusammenhänge zwischen Produktion und Umweltschutz erklärt. Wie nachhaltig, im Sinne von lange nachwirkend, ist diese Aktion?
Warum sind die Apfelwochen für Sie als Präsident des Thurgauer Obstverbands unverzichtbar?
Wir möchten den Kindern unsere wichtigste, regional produzierte Frucht näher bringen, ihnen die Vielfalt zeigen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder Äpfel essen und ihren Eltern erzählen, wie gut diese schmecken. Äpfel sind ein gesunder Pausensnack, ein Apfel gehört in jedes «Znüniböxli».